Vorwort: Mit Heft 20 beginnt für Robots in Disguise die zweite
Hälfte von Dark Cybertron Prelude. Die Story trägt den Titel Three
Monologues und diesmal geht es um Starscream, der, wie man dem kürzlich
erschienenen Cover zu Dark Cybertron entnehmen kann, wohl eine der
Schlüsselfiguren der Reihe sein wird. Wird Starscream, nun da er
Herrscher von Iacon ist, das schaffen, was vor ihm nur Nova Prime
schaffte? Geschrieben wurde das Heft von John Barber, gezeichnet und
getuscht von Andrew Griffith, coloriert von Priscilla Tramontano, für
die Texte im Heft war Shawn Lee verantwortlich und als Editor diente
Carlos Guzman.
Story: Das Heft begint mit Starscream, der eine Unterhaltung mit Metalhawks
Leiche führt. Er entschuldigt sich bei diesem, dass er ihn getötet hat,
wo Metalhawk einer von Starscreams wenigen wirklich Freunden ist. Doch
sah Starscream, das Metalhawk genauso wie Bumblebee als Anführer
ungeeignet wäre, da auch dieser keine schweren Entscheidungen hätte
fällen können. Er dankt ihm dafür, dass er für ihn da war, als alle
gegen ihn waren und dafür, dass Metalhawk es ihm ermöglicht hat, die
Kontrolle über Cybertron zu erlangen.
Szenenwechsel und
Starscream befindet sich in Blurrs Bar, welche heftig von der
vergangenen Schlacht mitgenommen wurde. Blurr ist grade dabei sauber zu
machen, als Starscream ihm erklärt, dass die Bar der eine Ort in Iacon
war, an den alle Transformer gehen konnte, unabhängig ihrer politischen
Ansichten und ähnlichem. Starscream plant die Bar zu einem Ort zu
machen, der die Führung mit dem gewöhnlichen Cybertroner verbindet.
Blurr lacht Starscream aus, bis der Strom in der Stadt ausfällt. Blurr
erklärt ihm, er solle erstmal die aktuellen Probleme, die Verwüstung der
Stadt und alles was damit zusammenhängt, angehen, bevor er über sowas
nachdenkt. So würde er auch die Leute auf seine Seite kriegen, denn
trotz der Ereignisse von Heft 16 und 18 scheinen diese nicht geschlossen
hinter ihm zu stehen und ihn noch nichtmal als neuen Anführer
anerkennen, sondern ihn einfach nur als die besser Alternative zum Krieg
der Autobots und Decepticons ansehen. Da Blurr in der Unterhaltung die
Tatsache erwähnte, dass Starscream nun keine Seeker mehr unter sich
hätte, begibt sich Starscream zum improvisierten Krankenhaus. Dort ist
bereits Circuit, der darüber berichtet, wie Scoop und seine Construction
Patrol geschworen haben, Iacon wieder aufzubauen. Er berichtet
weiterhin über die verzweifelte Arbeit der Ärzte, die Verwundeten unter
diesen schlechten Bedingungen am Leben zu erhalten und wie wichtig die
Wiederherstellung des Stroms für diese Arbeit wäre. Starscream wird von
Flatline darüber informiert, dass sein neuer Körper noch nicht fertig
seie und er morgen wieder kommen soll. Starscream sagt ihm jedoch, dass
er nicht deswegen gekommen ist, sondern um den letzten Seeker zu
treffen. Er geht rüber zu Dirges Liege, der alles andere als begeistert
ist, Starscream zu sehen. Dieser versucht Dirges Loyalität zu bekommen,
stößt aber auf unbrechbaren Widerstand. Um Starscreams Versuche, an
Dirges Identität als Seeker zu appelieren, zu unterbinden, schlägt
dieser Starscream ins Gesicht. Dieser packt Dirge und drückt ihn gegen
die Wand, erklärt ihm, dass er tausend Wege kennen würde, Dirge zu
töten. Dirge kontert, dass Starscream nun der Anführer seie, weswegen
immer die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ihm liegt. Um Dirges
Aussage zu unterstreichen, taucht auch schon Circuit auf und fragt
Starscream, ob er grade wirklich einen verwundetend Kriegshelden
angreift. Starscream kann sich grade noch rausreden und verliert
Circuits Interesse, als in ihrer Unterhaltung der Strom wieder
anspringt. Scoop und sein Team haben es geschafft, den Strom wieder zum
laufen zu bringen. Laut Scoop wären nur ein paar Leitungen
durchgebrannt, weil das Stromnetz überlastet wurde. Vor Starscream
taucht ein Transformer in der Gestalt einer z'vereinischen Mulratte auf.
Dieser erklärt, dass er diese Gestalt habe, weil er solange auf
Z'verein gegen die Decepticons gekämpft hätte. Er stellt sich als
Rattrap vor und erklärt Starscream, dass er Scoop nicht traut. Dieser
war laut Rattrap schon immer neidisch auf Leute in besser Position als
er. Um seine Aussage zu unmauern, zeigt er Starscream ein Teil aus dem
Stromnetz, an dem sich ein Saboteur zu schaffen gemacht hat. Als
Starscream ihn fragt, warum er ihm hilft antwortet Rattrap, das er sich
daraus Vorteile erhoft und Starscreams Hilfe, wenn er diese einmal
braucht.
Starscream begibt sich in Megatrons Zelle, der immer
noch regungslos in dem Kraftfeld eingesperrt ist, das Wheeljack zuvor in
seinem Spark versteckt hatte. Er erklärt Megatron, dass er nun das
geschafft hätte, was Megatron nie gelungen ist. Dafür musste er
niemanden unterwerfen oder seine Prinzipien verraten. Alles was er tun
musste war Megatron schlagen. Starscream plant ein wahres Goldenes
Zeitalter zu bringen. Nicht das korrupte der Primes und auch nicht das,
das sich Megatron ausgemalt hat.
Aus der nächsten Seite fliegt
Starscream durch den Himmel von Iacon. Er landet in der Nähe von
Rattrap, der ihn darüber aufklärt, dass Scoop grade die
Kommunikationsanlage repariert. Er deutet auf Scoops Werkzeugkoffer, den
er immer zu mit sich trägt und erklärt Starscream, das wenn Scoop der
Saboteur ist, sich in dem Werkzeugkoffer beweise dafür befinden.
Starscream stimmt zu und geht auf Scoop zu und beginnt eine
Unterhaltung. Scoop erklärt, dass es eine Ehre ist Starscream, der vom
Titanen persönlich erwählt wurde, zu begegnen und das er und sein Team
ihre Arbeit mit diesem Eifer erledigen, da sie nun einem religiösen
Führer folgen, dem sie glauben können. Starscream ist überrascht, dass
es Leute gibt, die ihm aus religiöser Überzeugung folgen, spielt aber
mit. Er beendet seine Unterhaltung mit Scoop und geht zurück zu Rattrap,
um desen Hilfe einzufordern und über desen Bezahlung zu verhandeln.
Bevor sie jedoch sehr weit in ihrer Unterhaltung kommen, wir Starscream
von Circuit unterbrochen, der möchte, dass dieser einen Kommentar zu
Scoops heldenhaften Einsatz abgibt. Er befragt Starscream auch zu den
Teilen der Bevölkerung, die Starscream noch nicht als Anführer
akzeptieren. Nach einem kurzen Austausch steigt Scoop von der
Kommunikationsanlage herab und zieht die Aufmerksamkeit der Menge auf
sich. In dem Moment wird er von Rattrap angrempelt, woraufhin Scoop
seinen Werkzeugkasten verliert. Starscream sammelt diesen auf und
entdeckt dabei eine Dose mit Phosphex, welches zuvor benutzt wurde um
das Stromnetzwerk zu sabortieren. Der somit überführte Scoop wird
abgeführt und in Verwahrung genommen, bis ein Gericht vorbereitet werden
kann.
Rattrap schleicht sich in das, was Starscreams Quartier zu
sein scheint, da dieser ihn zu einer Unterhaltung eingeladen hat.
Starscream offenbart Rattrap, dass er weiß, dass Rattrap die Sabotage
erfunden hat und den Beweis in Scoops Werkzeugkasten geschmuggelt hat.
Aber anstatt ihn zu bestrafen oder ähnliches, bietet Starscream ihm
einen Regierungsposten an.
Starscream bemerkt den frühen
Sonnenaufgang und spricht mit einer Person, die nicht zu sehen ist. Er
redet davon wie schwer die Bürde des Anführers ist und wie er versagt
hat, als er vor Jahren das Kommando über die Decepticons übernahm. Er
bemerkt, dass er nun in der selben Situation ist, in der auch zuvor
Bumblebee ist. Er dreht sich um zu einem CR Tank, mit dem er auch schon
die ganze Zeit gesprochen hat. Er fragt die Person in dem Tank, was sie
wohl tun würde, sobald ihre Regeneration abgeschlossen ist. Er sagt der
Person, das er diese braucht und offenbart dem Leser ihre Identität. Es
ist Wheeljack. Starscream braucht Wheeljack. Er sieht ihn als Freund und
sein Verstand wäre für die Stadt essentiel. Starscream wünscht
Wheeljack eine schnelle Genesung und die Geschichte endet.
Offensichtlich
konzentriert sich das Heft auf Starscream und desen Innenleben. Anders
aber als in den vergangenen Heften, wird Starscreams Innenwelt nicht
durch geistige Monologe ausgedrückt, sondern durch tatsächlich laut
ausgesprochene Dialoge. Wobei diese eigentlich auch Monologe sind, da
seine Gesprächspartner tot, paralisiert oder bewusstlos sind und somit
nicht antworten können und es außerdem äußerst fraglich ist, inwiefern
sie seinen Worten überhaupt lauschen können. Starscream ist meiner
Meinung nach einer der interessantesten Charaktere von Robots in
Disguise. Hat er am Anfang der Reihe doch in einem Monolog klar gemacht,
das es keine wirkliche Änderung in seinem Charakter gab und er immer
noch der verräterische und machthungrige Starscream ist, den wir kennen,
wandelte er sich scheinbar immer mehr zum guten und es kam sogar
soweit, das er mehrerer der anderen Charaktere, darunter auch einige
Autobots, tatsächlich überzeugen konnte, dass er keine Hintergedanken
und niedere Motive hat. Letztlich hat er dann jedoch in Heft 16 allen
Lesern, die er eventuell ebenfalls überzeugt hat, dass sein
Charakterwandel echt ist, gezeigt wie sehr sie sich irrten und er immer
noch der Alte ist. Ursprünglich nicht als Hauptfigur geplant, drehten
sich bereits mehrere Hefte fast ausschließlich um seine Machenschaften,
aber dieses Heft stellt wohl den Höhepunkt da, da es absolut keine
Nebengeschichte im klassischen Sinne enthält. Das Heft gliedert sich in
die drei Monologe am Anfang, in der Mitte und am Ende des Heftes.
Dazwischen findet eben die Geschichte rund um Scoop und Rattrap statt.
Das Heft spielt zeitgleich mit Heft 18 und der verfrühte Sonnenaufgang,
den Starscream auf der vorletzten Seite begutachtet, ist wahrscheinlich
dasselbe Phenomen, dass die Autobots am Ende von Heft 18 sehen. Mir
gefällt es sehr, wie die Dark Cybertron Prelude Reihe aufgebaut ist, das
die Hefte mehr oder weniger Zeitgleicht, voreinander und nacheinander
spielen unabhängig von ihrer Nummer. Zumindest für IDWs
Transformercomics unüblich ist, dass jeder Charakter, bzw Gruppe,
einzelnd Heft für Heft abgearbeitet wird, anstatt die 6 Hefte einfach
über ihre Gesamtheit die Geschichten vermischt zu erzählen, wie es z.B.
mit den tausend verschiedenen Plotlines in Regeneration One passiert.
Ich finde diese Entscheidung jedoch ganz gut. Dieses Heft gefiel mir
eigentlich auch sehr gut. Es hat jedoch einen recht starken Filler
Charakter und war auch nicht grade das spannenste Heft, da Action
eigentlich komplett fehlte. Aber auch solche Hefte muss es geben, weil
Action ohne Hintergrund nun auch nicht das wahre ist. Was mich wohl
überrascht hat ist, dass Wheeljack noch lebt. Nach den ganzen
Beleidsbekundigungen der letzten Hefte, habe ich tatsächlich gedacht,
Wheeljack wäre wirklich gestorben. Aber wenn ich mir so angucke, dass
Red Alert in der Schwesternreihe More Than Meets the Eye eine ähnliche
Verletzungen ebenfalls überlebt hat, hätte ich es eigentlich besser
wissen müssen. Weiterhin hat dieses Heft geklärt, was aus Megatron
wurde, auch wenn man sich dies eigentlich schon denken konnte. Insgesamt
eine recht angenehme Geschichte.
Zeichnungen: Diesmal war
es wieder Andrew Griffith, der das Heft gezeichnet hat. Nachdem wir
also in den letzten beiden Heften Neulinge hatten, haben wir diesmal
wieder den "Hauptzeichner" von Robots in Disguise, der alle Hefte der
Reihe gezeichnet hat, mit Ausnahme von Heft 6,7,10,11 und 17-19. Die
Zeichnungen sind im großen und ganzen sehr gut gelungen und es ist halt
der typische Mix aus Fall of Cybertron und Generation 1, den wir schon
aus Robots in Disguise kennen.
Besonders gelungen ist das neue Rattrap Design:



Die
ersten beiden Dialoge beginnen mehr sehr großen Darstellungen der
beiden Gesprächspartner von Starscream. Diese Bilder sind sehr schön
anzusehen und was mir besonders gefällt, ist Megatrons neuer Körper, den
er zwar schon seit Heft 14 hat, den wir aber seit Heft 16 nicht mehr
gesehen haben. Der Misch aus dem ursprünglichen cybertronischen Design,
das IDW in Megatron Origin vorstellte, und den Einflüssen aus Megatrons
Erdgestalt, gefällt mir sehr gut.

Zuletzt haben wir noch auf der letzten Seite diesen schönen Wheeljack:

Ich
finde es sehr schön, dass bis jetzt jeder Dark Cybertron Prelude Teil
einen anderen Zeichner hatte. Das betonte nochmal, das jedes Heft einen
anderen Aspekt, eine andere Perspektive, der selben Geschichte erzählt.
Ich bin sehr gespannt, wer Dark Cybertron zeichnen wird. Am
wahrscheinlichsten hierfür halte ich Griffith, Milne und Ramondelli.
Schlusswort: Insgesamt war es nicht das beste Heft der Reihe, aber auch alles andere
als schlecht. Meiner Meinung nach haben alle drei Reihen, MTMTE, RG1
und RID im Moment alle dasselbe Problem: Sie bauen alle auf ein großes
Ereignis auf, weswegen einige weniger interessante Hefte kommen, wo eben
nicht viel außer Vorbereitung passiert. Mich persönlich stört das jetzt
nicht so sehr, vorallendingen da RG1 ja hier und da die obligatorischen
Actionszenen hat und MTMTE auch was schneller ist und wahrscheinlich
beide mit dem nächsten Heft schon wieder voll zu legen. Bei RID jedoch
erwarte ich nichts mehr besonderes, bis Dark Cybertron 1 erscheint. Es
ist ja schon angekündigt, dass die nächsten beiden Hefte sich mit
Soundwave und Schockwave beschäftigen werden.
Auch wenn das jetzt
vielleicht anders klingen mag, habe ich das Heft trotzdem nicht umsonst
gekauft und das Lesen hat sich schon gelohnt.
RID ist eben
eigentlich schon von Heft 1 an eine langsamere Reihe gewesen, aber das
muss ja nicht schlecht sein. Ich persönlich finde, das RID mit Heft 13
bis 16 einen sehr schönen ersten Höhepunkt hatte und bin gespannt, wie
es mit dem RID Cast in Dark Cybertron weitergeht und wie die Serie nach
dem Event weitergeht.
Also auch hier kann ich das Lesen nur empfehlen!
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