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Autor: Betreff: FF - Der letzte Weg by Optimus-Prime
Gast

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posticons/attention.gif erstellt am: 30/4/2009 um 12:52  
Der letzte Weg

Genre: Drama, Gefühle, Darkfic
Beta: Ohne
Zeit/Serie: G1

Disclaimer: Alle Figuren gehören Hasbro, den Machern von Transformers.


Dunkelheit scheint mich zu umhüllen, kein Licht vermag mich zu erreichen – mich zu berühren. Finsternis erfüllt meine Gedanken und meine einsame verletzte Seele. Erinnerungen blitzen vor meinem inneren Auge auf. Bilder, die nichts Gutes ahnen lassen. Bilder von absoluter Brutalität und Grausamkeit. Explosionen, Schreie, Feuer – alles läuft umher und versucht vor dem erbarmungslosen Schicksal zu entkommen. Jedoch, kein Fluchtweg wurde mit Erfolg gekrönt, alle starben auf grausamer Weise. Niemand konnte entkommen.
Nun sitze ich hier, grübelnd und nachdenkend, was nun mit mir passieren mag. Furcht breitete sich in mir aus, als ich Stimme aus weiter Ferne vernahm. Schritte, die sich näherten, und auf mich zukamen, schürten es noch mehr. Aber zeigen wollte ich es nicht, anmutig und tapfer werde ich meinem Schicksal entgegen sehen. Keiner soll glauben, dass ich Angst habe, dass ich ein Feigling bin.

Ein Licht offenbarte sich vor mir und wuchs heran. Viereckig stand es nun da und eine dunkle Gestalt erschien darin. Sie sprach streng und wehmütig.
„Es ist soweit. Die Zeit ist gekommen!“
Dunkel und jung erklang die Stimme eines Artgenossen. Erkannt habe ich sie nicht, doch wusste ich, wer es war. Ein junger Autobot, den ich vor langer Zeit einst ausbildete und ihm lehrte, stets zu seinen Taten zu stehen. Mit einer reinen und unbefleckten Seele war dieser ehemalige Schützling bestückt. Sie war nicht mit dem Blut von Unschuldigen beschmutzt, wie meine Eigene. Die während des Hinausführens immer lauter schrie:
‚Unschuldig bin ich! Reingelegt von niederträchtigen und hinterhältigen Feinden! Den Falschen habt ihr erwischt!‘
Doch niemand hörte ihre Schreie, nur ich allein vernahm sie und trug sie dennoch nicht nach außen. Zu schmerzhaft war meine Tat, dass andere mich überhaupt nicht mehr hören wollten oder sogar ansahen mochten.

Durch einen dunklen Gang wurde ich geführt, gefesselt waren meine Hände auf dem Rücken. Gebannt mit Starrefesseln, Flucht war somit aussichtslos, denn zwei Wachen liefen neben mir – links und rechts. Schreie voller Wut und Bosheit kamen mir, aus einem weit entfernten Licht entgegen. Niemand rief, dass es ein Fehler war und es nicht so gehörte. Meine Gedanken kreisten nur noch um das Erlebnis, das vor einigen Stunden geschah. Wirr und komplett durcheinander waren sie, nicht ordnen und auch nicht bändigen ließen sie sich. Tief atmete ich noch einmal durch, bevor ich den Raum betrat, der mein Schicksal nun besiegeln sollte.
Buh-Rufe ertönten, als ich einen riesigen Raum betrat. Vor mir erstreckte sich eine gewaltige Tribüne mit den ältesten und weisesten Transformers vom meinem Heimatplaneten Cybertron. Es war der Ältestenrat. Ein Zirkel, der vor langer Zeit vor meiner Konstruktion erschaffen worden war, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Nun war ich derjenige der bestraft werden musste. Kein Decepticon, kein Kopfgeldjäger musste heute für seine üblen Taten büßen.
Zu meinen Seiten befanden sich Tribünen, die für die Zuschauer gedacht waren. Voll besetzt ruhten sie da und tobend stand die Menge auf, als sie mich sahen. Enttäuschung, Wut und Trauer vernahm ich aus ihren Stimmen. Weit oben saß mein eigenes Team. Kummer sprach aus ihren Augen und einige schüttelten leicht ihr Haupt. Ich wusste nicht, ob sie meine Tat verurteilten oder ob sie das Gericht verneinen wollten. Nicht fähig war ich mehr dazu und langsam sah ich mich ein letztes Mal in der Arena der Gerechtigkeit um. Man führte mich auf einem kleinen Podest in der Mitte des Raumes, der Blick auf den Rat gerichtet. Meine Wachen standen neben mir, mit starrem Blick warteten sie nun, was jetzt passieren mag.
Mit einem Wink ließ der älteste Cybertronianer die Mengen verstummen und stand mit angeschwollener Brust auf. Auf einem Monitor in der Mitte des Raumes und in der Luft schwebend, wurde der Anlass angezeigt, warum man sich heute hier eingefunden hatte – und ich die Hauptfigur spielte.

„Wir haben uns hier heute versammelt, weil eine unglaubliche Tat, die durch einen unserer Artgenossen zu verantworten ist, das Leben eines gesamten Sonnensystems gekostet hat. Man hat mir eine Anklage wegen brutaler und absichtlicher Vernichtung von unschuldigem Leben eingereicht. Die Anklage wurde erhoben gegen: Commander Optimus Prime, Anführer der Autobots und Träger der Matrix der Führung. Heute wird das Urteil über diesen Autobot gefällt!“
Weder Zorn, Bedrückung oder Mitleid konnte ich aus dieser tiefen und alten Stimme herauslesen. Streng klang sie, aber gleichzeitig auch weise und vornehm. Keine Gefühle ließ sie zu, kalt und herzlos wirkt sie auf mich. Nun stand ich hier, mit erhobenem Hauptes und stolzer Statur. Wissend, dass ich unschuldig war, nahm ich naiv an, dass man mir keine Schuld zu weisen konnte. Doch der Prozess bewies mir das Gegenteil.

Durch meine unbändige Wut soll ich das Sonnensystem zerstört haben. Ein Kampf gegen Megatron, dem Anführer der bösartigsten Transformers, schürte sie und löste sie somit aus. Ich selbst war unfähig meinen Zorn zu bändigen. So oft hatte man zu mir gesagt, dass ich nie meine vollen Kräfte benutzen sollte. Doch nie wollte ich darauf acht nehmen. Mein Inneres war das Einzige, was mich bei jedem Kampf daran hinderte, sie restlos zu benutzen.
Jedoch konnte ich mich an diesen Kampf nicht erinnern, nur schwach und verschwommen schwebten die Bilder in meinem Kopf. War das eine Auswirkung eines Schocks, für die Tat die ich begangen habe? Oder spielte jemand mit mir ein Spiel und keiner bemerkte dies? Fragen durchzuckten meinen Speicher und krampfhaft versuchte ich Antworten auf das ‘warum‘ und ‘wieso‘ zu finden. Wieder grübelnd und tief versunken in meinen Gedanken, stand ich hier und wartete auf mein Urteil. Stunden vergingen und der Prozess neigte sich langsam dem Ende zu. Mein gesamtes Leben hatte man dargestellt, vom ersten Fehler in der Konstruktion bis hin zu meiner – sogar für mich – unglaubliche Tat. Pro und Kontra wurde ausgewertet, der Name meines Erschaffers fiel: Alpha Trion.
Wusste dieser alte Mann, was er damals tat? Wusste er, welch grausames Monster er erschaffen würde? Hätte er vielleicht mit mir gesprochen, wenn er noch gelebt hätte? Weitere Fragen verlangten nach Antworten, doch es gab keine. Keine die ich zur Antwort wusste.

Stille verbreitete sich, was meine Aufmerksamkeit auf den Rat zog. Untereinander tuschelnd hatten sie ihre Köpfe zusammengesteckt und berieten sich, was man für meine Schandtat tun sollte. Endlos fühlende Minuten vergingen, bis sich der Älteste von ihnen ein zweites Mal erhob. Erneut wechselte das Schriftbild auf dem Monitor und mein Urteil stand fest. Schockierte Gesichter zeigten sich in fast jeder Ecke, niemand hatte damit gerechnet. Ein lautes Gemurmel und Getuschel ging los, auch ein Klagen verbreitete sich unter der Menge. Geheul und Gejammer dehnten sich unter meinem Team aus, auch Halbwüchsige waren betroffen. Die Jüngsten von ihnen brachen zusammen und glaubten nicht, was dort stehen mag. Auch ich war fassungslos, doch ahnte ich schon in meiner Zelle, was mir blühen sollte. Nun sprach er und tiefer Zorn und starke Strenge begleiteten seine Stimme. Fassungslosigkeit sprühten seine Augen aus.
„Das Urteil wurde gesprochen: Demontierung! Dies ist das Einzige, was diese unglaubliche Tat gerechtfertigt! Der höchste Medical-Bot solle dies durchführen!“
Abrupt wandte ich mich von ihm ab und sah einen meiner ältesten Freunde an. Schock und Entsetzen zierten sein Gesicht. Ich erkannte sofort, dass er es nie freiwillig tun würde, doch gab man ihm die Aufgabe. Es gab kein Entkommen, er musste es tun und ich nickte ihm leicht dankend zu. Zufrieden, dass ich ein Gesicht eines alten Freundes zuletzt sehen würde, freute mich. Jedoch war das Urteil hart und ich fügte mich – ohne Widerstand.


Am Abend wurde ich in den Reparaturraum gebracht. Der Raum war groß, die Decke war fast drei Meter über mir angebracht worden. Nur ein einzelnes helles Licht schien in der Mitte des Raumes, dort wo auch die Pritsche stand, auf der mein Schicksal nun besiegelt wird. An den Seiten befanden sich in der Wand eingebaute Computer, die für die Analyse der Cybertronianer verantwortlich waren. Jeden Monat gab es eine komplette Untersuchung. Aber heute wird es für mich keine mehr geben.
Man brachte mich zur Liege, nachdem ich mich in Ruhe noch einmal alles anschauen durfte. Ratchet stand starr vor mir und versuchte mir keine Gefühle zu zeigen. Doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass er diese Arbeit nie tun würde und wollte. Traurig war sein Blick und nicht ansprechen wollte er mich. Zu sehr sah ich ihm an, dass er mit sich selbst kämpfte und versuchte standhaft zu bleiben, nicht zusammenzubrechen.
Meine Wachen entfernten meine Starrefesseln und verließen schleichend unmutig den Raum. Ich selbst wusste, dass sie vor der Tür wache hielt, somit war kein Fluchtweg möglich.
Minutenlang stand ich Ratchet gegenüber und wir beiden sahen uns tief in die Augen. Stille beherrschte den Raum und keiner von uns rührte sich. Niemand wollte zu erst das Wort erteilen. Keiner von uns wollte das Ende herbeiführen. Wir standen einfach da und sahen uns an. Ein Klacken erinnerte mich daran, dass es Zeit war, zu gehen, diese Welt zu verlassen und in den Quell aller Sparks zurück zukehren.
„Ich weiß, es ist schwer, aber wir haben keine Wahl. Ich bin froh, dass ich das Gesicht eines alten Freundes zuletzt sehen darf – Lass uns beginnen.“
Dies waren nun meine letzten Worte und ich legte mich, nachdem Ratchet mir das Okay gab, auf die Pritsche. Starr sah ich zur Decke und ich bereitete mich innerlich darauf vor, meinen Körper nun endgültig zu verlassen. Jahrelang war es das Zuhause meines Sparks, doch nun werde ich eine Reise antreten, auf der ich alleine wandern werde.

Ich merkte, dass sich Ratchet von mir entfernt hatte und zu einem naheliegenden Tisch ging. Er wandte sich nach kurzer Zeit zu mir um, in den Händen einen gläsernen Zylinder tragend. Ich wusste, dass dort mein Spark aufbewahrt wird, bis die Schuld bewiesen wurde. Doch werde ich zurückkommen können, wenn man bewies, dass ich unschuldig war? Oder werde ich für immer diesen Körper verlassen und nie wieder Kommen? Ein Gefühl tief aus meinem Speicher wies mich darauf hin, dass es wohl so sein wird, dass ich das Licht dieser Welt nie wieder sehen werde.

Trauer schien nur noch das Gesicht von meinem einstigen Freund zu zieren, wenn er ein Wesen aus Fleisch und Blut wäre, würde er mit Tränen diese Arbeit absolvieren. Tränen der Trauer und nicht der Freude.
Schwach sprach er in die Leere des Raumes. Tonlos und für keine Gefühle möglich erklang seine Stimme. Worte, die für das Protokoll aufgezeichnet wurden.
„Ich werde nun, den Gefühlschip deaktivieren und entfernen …“
Mit zittrigen Händen trat er an die Front der Liege und ich merkte, wie Klappe zum Chip geöffnet wurde. Ein Piepsen erklang und ich merkte, wie sich meine Angst und meine Furcht, die seit dem Urteil stetig heranwuchsen, langsam in Luft auflösten. Eine tiefe Leere füllte mich nun, für Freude, Trauer und andere Gefühle war ich nicht mehr fähig. Durch einen Ruck spürte ich jedoch, wie Ratchet den Chip entfernt, dann sprach er erneut tonlos.
„Jetzt entferne ich die Matrix und lege sie in einer separaten Box …“
Meine Brust wurde geöffnet und der Medical-Bot entfernte die Matrix. Ein Relikt, was mir damals Alpha Trion gab, um einen neuen Commander für die Autobots zu erschaffen. Damals ahnte niemand was heute passieren würde. Man erzählte mir, dass dieses Artefakt Wunder bewirken konnte und es von einem Wesen abstamme, was den Namen Primus trug. Ich hatte nie herausgefunden, wer dieses Geschöpf war, ob es gut oder bös handelte – und ich werde es auch nicht mehr herausfinden können. Das Einzige, was ich mir nur noch wünsche, war das jemand mit reinem Herzen meine Aufgabe weiter führen möge.

Langsam und vorsichtig legte Ratchet die Matrix in einer Box, die ihre Energie absorbierte. Zögernd trat er nun zu mir und sah tief in meine Augen. Ich wusste, was jetzt kommen würde und bereitete mich innerlich darauf vor. Mit zittrigen Händen näherte er sich meinem Spark, was so unwahrscheinlich in meiner Brust pulsierte und darauf wartete, eine neue Reise zu beginnen. Schwach hörte ich, wie mein Freund mit gedämpfter Stimme sprach und mich deaktiviert – für immer.
„Jetzt entferne ich den Spark und der Körper wird somit deaktiviert. Das Verfahren der Demontierung wurde durchgezogen und Commander Optimus Prime wurde destruiert.“
Ich spürte, wie ein kräftiger Ruck mich hinauszerrte und mich Dunkelheit umhüllte. Nun war es geschehen und die Demontierung wurde abgeschlossen. Nie wieder würde ich die Gesichter meiner Freunde und Feinde sehen. Nie wieder werde ich das Antlitz Cybertrons sehen und es ruhig auf mich wirken lassen. Und nie wieder werde ich irgendjemand unschuldig verletzten und wehtun mit meiner unbändigen Wut, die dies hier alles hinzu führte.

Nie wieder …


By OptimusPrime


[Editiert am 2/5/2009 um 10:20 von Optimus-Prime]
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red_folder.gif erstellt am: 30/4/2009 um 14:43  
Echt krasser One-Shot...sehr düster und tragisch. :(

Zielt direkt auf ein sehr trauriges Ende. Tolle Worte, schöner Ausdruck. Hat mich schon ergriffen. Weiter so! ;)
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